Betreuung und Behandlung von Menschen mit Demenz

SAMW » Ethik » Vulnerable Gruppen » Betreuung und Behandlung von Menschen mit Demenz

In der Schweiz leben rund 120’000 Menschen mit Demenz. Mit der Nationalen Demenzstrategie haben der Bund und die Kantone Ziele festgelegt, um die Lebensqualität dieser wachsenden Patientengruppe zu verbessern, Belastungen zu verringern und die Qualität der Versorgung zu garantieren. Die SAMW trägt mit der medizin-ethischen Richtlinie «Betreuung und Behandlung von Menschen mit Demenz» dazu bei.

Der Verlauf der Demenzerkrankung – meist in Kombination mit chronischen somatischen und psychischen Erkrankungen – zieht sich in schwer vorhersagbarer Art oftmals über Jahre hin. Fehlende Urteilsfähigkeit im fortgeschrittenen Stadium, krankheitsbedingte Verhaltensstörungen, die Belastung der Angehörigen oder besondere Herausforderungen bei der Pflege können zu schwierigen Entscheidungssituationen führen und mit ethischen Konflikten verbunden sein. Die im Dezember 2017 veröffentlichten medizin-ethischen Richtlinien der SAMW zur Betreuung und Behandlung von Menschen mit Demenz bieten eine praxisbezogene Orientierungshilfe. Sie lösen die Richtlinien zur Behandlung und Betreuung von älteren pflegebedürftigen Menschen aus dem Jahr 2013 ab.

 

Die Richtlinien wenden sich an Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachleute und weitere therapeutisch tätige Fachpersonen. Übergeordnete Themen, etwa der Auf- und Ausbau bedarfsgerechter Versorgungsangebote entlang der gesamten Versorgungskette, werden in den Richtlinien nicht behandelt. Diese Themen, die in weiteren Handlungsfeldern der Nationalen Demenzstrategie vertieft werden, sind jedoch Voraussetzung für die Umsetzbarkeit der Richtlinien.

Der Schwerpunkt im SAMW Bulletin 2/2017 war dem Thema «Demenz» gewidmet; er bietet einen raschen Überblick über die zentralen Inhalte der Richtlinien.

 

 

 

KONTAKT

lic. iur. Michelle Salathé
Leitung Ressort Ethik