Käthe-Zingg-Schwichtenberg-Fonds

Seit 2006 unterstützt die SAMW mit Mitteln aus dem Käthe-Zingg-Schwichtenberg-Fonds Forschungsprojekte auf dem Gebiet der bio-medizinischen Ethik, namentlich der klinischen Ethik und Public-Health-Ethics. Die Ausschreibung erfolgt jährlich und ist entweder thematisch offen gestaltet und primär auf Nachwuchsforschende ausgerichtet oder inhaltlich auf ein vorgegebenes Thema fokussiert.

Ausschreibung 2018: «Zwang in der medizinischen Praxis»

Zwang kann eine Vielfalt von Erscheinungsformen annehmen, von expliziten Zwangsmassnahmen bis hin zu implizitem Zwang. Jede Anwendung von Zwang steht in einem Widerspruch zur Achtung der Autonomie. Gleichwohl gibt es medizinische Situationen, in denen Zwangsmassnahmen nicht vermieden werden können. Im Fokus der juristisch-ethischen Debatten und empirischer Studien stehen vor allem Zwangsmassnahmen in der Psychiatrie, im Umgang mit älteren pflegebedürftigen Patientinnen und Patienten oder im Straf- und Massnahmevollzug. Andere Bereiche sind bislang weniger erforscht, etwa Zwangsmassnahmen in der Intensivmedizin oder Geburtshilfe. Für diesjährige Zusprachen aus dem KZS-Fonds werden – bei qualitativ gleichwertigen Gesuchseingaben – Projekte aus wenig erforschten Bereichen bevorzugt.

 

Mittel und Rahmen

Für die KZS-Auschreibung 2018 steht insgesamt ein Betrag von CHF 250'000.– zur Verfügung. Es sollen empirische oder theoretische Forschungsvorhaben gefördert werden, die das Thema «Zwang in der medizinischen Praxis» aus ethischer, philosophischer, sozialwissenschaftlicher oder medizinischer Sicht untersuchen. Projekte müssen einen Bezug zur Schweiz haben und erst in Planung stehen; es werden keine laufenden Projekte finanziert.

 

Im Jahr 2015 hat die SAMW die medizin-ethischen Richtlinien «Zwangsmassnahmen in der Medizin» veröffentlicht, die Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachpersonen und weitere therapeutisch tätige Fachpersonen für diesen heiklen Themenbereich sensibilisieren und ihnen eine Hilfestellung geben sollen. Die Richtlinien berücksichtigen die rechtlichen Vorgaben des 2013 in Kraft getretenen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts. Die Zentrale Ethikkommission wird die geförderten Forschungsprojekte begleiten: Projektergebnisse sollten wenn möglich eine Mehrwert für die geplante Evaluation der Richtlinien «Zwangsmassnahmen in der Medizin» bringen.

 

Verwendung der Beiträge

Die Höhe der Zusprachen ist variabel, d. h. Gesuchseingaben können für die volle zur Verfügung stehende Summe (CHF 250'000.–) gemacht werden, aber auch deutlich bescheidener sein. Entscheidend für die Beurteilung ist, wie Projektziele, Planung und Budget zusammenspielen. Die Projektbeiträge werden in der Regel für max. 2 Jahre zugesprochen, eine längere Dauer muss im Gesuch begründet werden. Die zugesprochenen Mittel können direkt in das Projekt fliessen und/oder die Lohnkosten für den/die Hauptgesuchsteller/-in decken.

 

Evaluation

Gesuche, die den formalen Vorgaben entsprechen, werden von der KZS-Kommission der SAMW gemäss den im KZS-Reglement festgesetzten Kriterien und den Angaben der Ausschreibung 2018 evaluiert. Die Kommission entscheidet, ob ein oder mehrere Forschungprojekt(e) unterstützt werden. Entscheide werden bis zum 20. Dezember 2018 kommuniziert.

 

Gesuchseingabe

Gesuche können auf Deutsch, Französich oder Englisch verfasst sein und müssen online registriert werden. Details zum Format und zur Gesuchseingabe finden Sie auf der Registrierungs-Seite.

 

Eingabetermin: 15. August 2018

Frühester Beginn der Projektbeiträge (am Anfang eines Monats): 1. Januar 2019

 

KONTAKT

Dr. Myriam Tapernoux
Ressortleitung